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Zentraler Oberflächenprüfplatz im Presswerk der Daimler AG, Sindelfingen


Am Standort Sindelfingen nutzt die Daimler AG im Presswerk 2 seit November 2008 als  zentralen Auditplatz ein automatisiertes ABIS II Oberflächenprüfsystem (Bild 1), das im Vergleich mit Anlagen bei anderen Automobilherstellern den höchsten Automatisierungsgrad, die größte Flexibilität und die größte Teiledurchsatz-Kapazität aufweist.

Beim Prüfablauf (siehe Bild 2) wird am Einlaufband ein Bauteil abgelegt [1], fährt in die Inspektionszelle ein [2], wird nach der Lageerkennung (Einzelkamera ist über dem Band montiert) und der Robotorbahnanpassung mit dem optischen Oberflächeninspektionssystem ABIS II inspiziert und schließlich [3] auf dem Auslaufband aus der Zelle transportiert. Am Auslaufband (Bild 3+4) wird am großen Visualisierungsbildschirm das Ergebnis der Oberflächeninspektion angezeigt (Bild 5).

Der Bediener, der die Bauteile vom Auslaufband nimmt, erhält durch den Report auf dem Visualisierungsbildschirm eine Anzeige, ob das Bauteil in Ordnung ist, nachgearbeitet werden muss, oder Ausschuss ist. Bei einer klassischen manuellen Auditierung mit Abziehstein ist ein zeitlicher Aufwand von mindestens 15 Minuten für einen kompletten Seitenwandrahmen nötig, mit dem ABIS II System ist diese Aufgabe in weniger als zwei Minuten erledigt.

Die automatisierte ABIS II Oberflächeninspektionsanlage bei Daimler AG im Werk Sindelfingen wird von den Betreibern im Presswerk für verschiedene Aufgabenstellungen eingesetzt:

  • Es gilt die vereinbarten Oberflächengrenzmuster abzubilden und so einen zentralen Prüfplatz mit objektiven Kriterien zu installieren.
  • Im Falle von Diskussionen über Problemstellen am Einzelteil kann mit einer Einzelprüfung ein objektives Urteil über die Qualität gewonnen werden.
  • Bei einem automatisierten Betrieb der Anlage sind rationell durchführbare Verleseaktionen einzelner Abpressungen möglich. Die Losgrößen können hier von 100 bis zu 2000 Teilen reichen. Um die Anlage ist genügend Platz für Ladungsträger und Staplerverkehr.
  • Die Oberflächeninspektionsanlage wird als Stichprobenprüfung in die Qualitätsregelkreise im Presswerk integriert und kann somit schnell Rückmeldung über die Oberflächenqualität nach einem Werkzeugwechsel ermöglichen.

Das Konzept der bei der Daimler AG in Sindelfingen installierten Anlage entstand in enger Abstimmung mit den Planern und Betreibern von Daimler und Mitarbeitern von Steinbichler Optotechnik.

Eine Besonderheit der Daimler-Anlage stellt die optionale Erweiterungsmöglichkeit dar, auch Teile von Komplettkarossen inspizieren zu können. Hierzu wird das Tor geöffnet und die Rohkarosse vor dem Roboter positioniert. Anschließend wird der ABIS II Sensor im abgesicherten manuellen Modus mit dem Roboter an die zu prüfenden Teile gefahren. Diese zusätzliche Betriebsart ermöglicht somit auch das Prüfen von Oberflächen, die nach dem Zusammenbau (ZB) nicht mehr als Einzelteil auf das Band gelegt werden können. Seitenwandrahmen, Kotflügel und Dächer können im ZB nur noch an der Komplettkarosse inspiziert werden.

Hintergrund ist die Anforderung, die Oberflächenqualität auch nach den einzelnen Prozessschritten Einzelteil, ZB und KTL-Beschichtung zu untersuchen und zu verfolgen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Oberflächenfehler, die am Einzelteil als nacharbeitsrelevant gelten, in den nachfolgenden Prozessen manchmal an Relevanz verlieren. Auch das Gegenteil (besonders im Sichtzonenbereich) ist bekannt - anfänglich nicht nacharbeitsrelevante Fehler am Einzelteil werden nach der KTL-Beschichtung deutlich sichtbar.





Bild 1:
Zentraler Oberflächenprüfplatz bei Daimler AG Sindelfingen im Presswerk 2





Bild 2: Prüfablauf
1 - Teileauflage am Einlaufband
2 - Inspektionszelle mit ABIS II
3 - Auslaufband mit Anzeige des Prüfergebnisses





Bild 3:
Ausgangsseite mit großem Visualisierungsbildschirm





Bild 4:
Blick vom Auslaufband in die Inspektionszelle





Bild 5:
Anzeige des Prüfergebnisses auf Bildschirm
am Auslaufband




Oberflächeninspektion mit ABIS II
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